Keine Zukunftsmusik
Mai 2009 | Meinung von Sylvia Rassler | Neue Artikel per Mail erhalten
In der Wirtschaft sind Messen und die persönliche Kontaktpflege ein elementarer Teil des großen “Meet and Greet”-Volksmärchens der Wirtschaftsriesen, -superhelden und -zauberer. Um dann auch als Messestandort als legendär und sagenhaft anerkannt zu werden, müssen die sich natürlich auch gebührend in Szene setzen.
Neben den allseits beliebten, schillernden, überfüllten Marktplätzen und Hochburgen des Messenmärchenlandes Deutschland wie Frankfurt, Hannover, Berlin oder Köln gibt es auch die Underdogs und Alltagshelden, die so gerne den gleichen Ruhm erlangen wollen. It’s like: Messe Essen. Als eine der zahlreichen Marketing-Maßnahme haben die sich für den musikalischen Königsweg entschieden und eine Firmenhymne veröffentlicht. Denn wie wir erst neulich wieder durch den britischen Talentbolzen Susan Boyle lernen durften, lassen sich die eiskalten Herzen der Reichen und Schönen am besten musikalisch erwärmen.
Doch beim Lauschen dieses aufwändig produzierten Stückes kommt man sich doch eher vor wie die bitterböse Schneekönigin. Die Umsetzung des Ganzen wird die Messe Essen wohl kaum zu königlichem Ruhm verhelfen (was wahrscheinlich erklärtes Ziel war) sondern lässt es eher zum Lagerhallenprinzesschen mutieren. Nicht nur in der Welt der knallharten Anzugträger erntet man mit einem solchen 90er-Jahre Disney-Sound und stark überartikulierten Kinderrefrains fragwürdige Gesichter und spöttisches Gelächter treffen. Am besten noch Arielle im Videoformat dazuklöppeln und wenigstens Kinder werden sich es mindestens zweimal anhören, bevor sie sich wieder ihren Spielekonsolen widmen.
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