Noch ganz sauber?
Juni 2009 | Meinung von Anja Rettmann | Neue Artikel per Mail erhaltenEs ist ja grundsätzlich lobenswert, wenn Unternehmen nach Möglichkeiten Ausschau halten, ihre Marken und Produkte emotional aufzuladen und dabei auf auditive Lösungen zurückgreifen. Corporate Songs etwa können sowohl zur internen Motivation der Mitarbeiter als auch zum Erfolg externer Kommunikationsbemühungen beitragen - zumindest theoretisch. Dass dies in der Praxis allerdings nicht immer zufriedenstellend gelingen muss, zeigt das Beispiel des Unternehmenssongs der Jolmes GmbH, der auf einem Firmenjubiläum präsentiert wurde - zu allem Überfluss aber auch jedem Homepage-Besucher penetrant auf’s Ohr gedrückt wird.
Wobei “nicht zufriedenstellend” noch reichlich untertrieben ist: Dem Lauscher bietet sich hier ein Klangobjekt, das sich stimmlich irgendwo zwischen Aretha Franklin und Mareike Amado, inhaltlich nahe des Disney-Clubs und motivationstechnisch auf der Ebene der “Freitag nach eins…”-Bürostimmung bewegt. Der Song dieser Firma für Gebäudereinigung kommt mir jedenfalls nicht ganz astrein vor. Beziehungsweise nicht ganz sauber halt. Oder wie bitteschön ist ein textlicher Singsang wie dieser zu verstehen?
“Bei Schimmelpilz oder Bra-ha-handschaden
Wasserrohrbruch - keiner geht baden.
Weil klar ist, dass es nur einen geben kann,
Die von Jolmes müssen ra-ha-han.”
Laut Dienstleister soll das Lied siebzigerjahrestylig sein und unter irgendeinem Philadelphia-Sound-Einfluss stehen. Na, es erinnert doch eher an das hier oder? Disney-Club, ich sag es doch.
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