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Perfekte Einschlafhilfe

Oktober 2010 | Meinung von Claudia Loewe | Neue Artikel per Mail erhalten

Der Hörbuchmarkt boomt, warum sollte man das Erfolgsrezept von Romanen, Krimis und Co. also nicht auch auf Kundenmagazine anwenden? So oder so ähnlich mag es sich in einigen Corporate-Publisher-Hirnen abgespielt haben – das Ergebnis ist die Podcast-Edition von results, dem Firmenkundenmagazin der Deutschen Bank.

Die Beiträge des Kundenmagazins der Deutschen Bank sind auch als Podcasts abrufbar - ein Klick auf das grüne Icon genügt

Nun gut, mag man sich denken, was bei Belletristik funktioniert, könnte ja auch bei Kundenmagazinen klappen, hören wir uns das Ganze also mal an. Vielleicht ist das Hörerlebnis ja angenehmer als die wenig ansprechend gestaltete Auflistung der Podcasts. Schnell wird dem andächtig Lauschenden jedoch klar: ein Kundenmagazin kann man nicht wie ein Märchenbuch als Hörbuch präsentieren. Der Vorleserin von results ist das offenbar egal, denn ihre Märchentantenstimme hat mich bereits nach wenigen Sätzen in seligen Schlummer sinken lassen. Womöglich sind die Artikel ja inhaltlich sehr gewichtig. Auf jeden Fall sind sie, derartig vorgetragen, eine perfekte Einschlafhilfe.

Was trieb die Macher von results nur dazu, ihr Kundenmagazin in Podcastform anzubieten? Geht man davon aus, dass viele Leser ihres Augenlichts verlustig gegangen sind bei dem Versuch, den Inhalt des Kundenmagazins auf dem Mini-Display ihres Smartphones zu entziffern? Oder traut man den Lesern nicht mehr zu, eine eigenständige Lektüre zu bewerkstelligen? Die Beweggründe bleiben mir in diesem Fall schleierhaft, aber eins steht fest: Kundenmagazine in Podcast-Form sind eine tolle Idee - aber können auch eine ziemlich müde Nummer sein. Bei results ist es leider so.

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1 Kommentar »

  1. Nichts gegen ein Audio-Kundenmagazin. Aber Leute, das muss mediengerecht aufgemacht sein. Wenn es um die Barrierefreiheit geht und um das Vorlesen von Artikeln, dann ist das okay. Wenn man ein innovatives neues Instrument herausbringen wollte, dann ist es ein Schuss in den Ofen. Ich habe bereits mehrere Audio-Journale für Mitarbeiter entwickelt und herausgegeben. das ist eher wie Radio, kurze Beiträge, O-Töne, Reportagen, Musik. Das muss Spaß machen und wach halten. Vorlesen kennen wir eher von der Großmutter. Da sollen die Augen dann ja auch zufallen ;-)

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