Weichspüler
März 2009 | Meinung von Joerg Petzold | Neue Artikel per Mail erhaltenDa weiß man, was man hat. Ach Gottchen, mangelndes mediales Engagement kann man den Persil-Strategen kaum zum Vorwurf machen. Blogs, Podcasts, Spots, Wallpaper und haste nich’ gesehen werden da zur Imagegenese herangezogen, das sich dann demoskopisch laut Allensbach in folgender Essenz destilliert: “Persil verbindet Waschleistung, Spitzenqualität und Modernität. Gleichzeitig ist Persil voll Tradition und immer bodenständig geblieben. Diese Mischung ist kein Gegensatz, sondern definiert das einmalige Markenimage von Persil.” Scheint also genauso schön wie austauschbar, das Image.
Sei es wie es sei, wer in seinem Downloadbereich eine Zeile für “Musik” bereitstellt, punktet eigentlich immer; zu viele Corporate Anthems haben da in der Vergangenheit schon Lebenssekunden versüßt. Persil bietet unter dem Schlagwort einen Song von Ex-RMB-Boje Lutricia McNeal an (”Hold that moment”) an, und, was ja nun viel interessanter ist, einen Remix des Klassikers “Unser Bestes von Persil”. 20 Sekunden Neo-Wagner-Pop mit Synthiebläsern und Van-Halen-Chören. Harmonische Ekstase, in seiner Kompaktheit erschreckend wirksam. Aber Remix? Mut? Modernität? Einmaligkeit? Oder gar ein Vorstoß in die Königsdisziplin der Corporate Anthens, die Eigensatire? Gibt es maximal an anderer Stelle, und Persil bleibt das, was es im kollektiven Gedächtnis schon immer war: Ein Artefakt seeliger Wirtschaftswunderzeiten, irgendwo zwischen Onkel Dittmeyer und dem Kinder-Schokoladen-Kind.

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